mundraub.org – Mundräuber-Handbuch erschienen!

Obst, Nüsse, Kräuter – gibt es alles im Supermarkt. Oder eben draußen, oftmals direkt vor der Haustür. Frei verfügbar. Gerade erst habe ich 3 Säcke voll Äpfel und Birnen gepflückt, nachdem ich mich auf der fantastischen Internetseite mundraub.org informiert hatte, wo in meiner Nähe Apfel- und Birnenbäume stehen, die man abernten kann.

Das war jetzt ein hektischer Artikelauftakt, ich fange mal in Ruhe an, von vorne. Vor ca. 2 Jahren stieß ich auf die Internetseite mundraub.org, inzwischen in einem neuen Gewand erscheint. Die Idee war einfach wie genial, und kam den (Mit-)Gründern Kai Gildhorn und Katharina Frosch auf einer Paddeltour durch Brandenburg: Verfaultes Obst überall, während die beiden als Proviant weitgereistes Obst aus dem Supermarkt eingesteckt hatten. Das brachte sie ins Grübeln – wie konnte es sein, dass gerade in Brandenburg kilometerlange Obstbaum-Alleen überhaupt nicht abgeerntet werden, während wenige hundert Meter weiter im Supermarkt die Leute Äpfel aus Chile kaufen?

Freies Obst für freie Bürger

Um nun keine Romane zu schreiben – denn das hier ist ja nur quasi das Intro zum Hauptobjekt dieses Artikels – verkürze ich mal hier. Gemeinsam mit 3 Freunden baute man die Internetseite Mundraub.org, die es nun jedem Nutzer ermöglichte, seine Fundstellen einzutragen, und nach Obstbäumen, Kräutern, Nüssen etc. zu suchen. Das die Idee gut ankam, merkten die Mundräuber nicht nur am wahnsinnig schnell steigenden Interesse der Benutzer und der Zahl der eingetragenen Plätze. Diese mussten nämlich alle noch einmal dahingehend überprüft werden, ob die Angaben darauf hinweisen, dass es sich tatsächlich um frei verfügbares Obst handelt – ein Apfelbaum auf Privatgrundstück gehört dazu z.B. natürlich nicht. Man kam kaum noch hinterher mit dem Überprüfen und Freischalten, und auch ich hatte die Ehre, eine zeitlang unterstützend tätig zu sein. Der Erfolg kam aber vor allem auch mit einem Anruf vom ZDF (und dann folgten zahlreiche andere TV-Berichte). Nach der Ausstrahlung eines Beitrages über Mundraub häuften sich die Presseanfragen und die Zahl der Einträge von Mundräubern wuchs ins Bodenlose.

Inzwischen wurde nicht nur die Internetseite überarbeitet, Mundraub bekam auch den Gründer Award von Karma Konsum zugesprochen und es konnte ein tolles Projekt im Hasetal realisiert werden: Die nachhaltige Nutzung und Pflege von Obstbäumen über Baumpatenschaften in Kombination mit touristischer Wertschöpfung.

Mundräuber-Handbuch

Und vor kurzem erschien nun das Mundräuber-Handbuch, das jeden, dem diese Idee gefällt, glücklich macht. Der „Tipps, Regeln und Geschichten zur Wiederentdeckung unserer Obstallmende“ weist schon darauf hin, dass es in diesem Handbuch um viel mehr geht als nur umsonst Obst zu pflücken. Neben der Geschichte zur Idee „Mundraub“ bekommt man eine Hülle an toll aufbereiteten Infos zu Themen wie „Ernten und Verarbeiten“, also über die Lagerung, Trocknen, das Einkochen usw.

Im Kapitel „Recht und Gewissen“ wird noch mal genau aufgeklärt, was erlaubt ist und was nicht. Das Kapitel „Pflanzen und Pflegen“ befasst sich intensiv mit dem Pflanzen und Pflegen von Obstbäumen, mit diversen Schnittechniken, Schädlingsbekämpfung usw. Anschließend gibt es noch das „Mundräuber-Manifest“, eine Erklärung der Internetseite sowie einige Beispiele für kreatives mundräubern.

Das Buch ist einfach von vorn bis hinten toll. Nicht nur inhaltlich, sondern auch was die liebevolle handillustrierte Gestaltung von Rugwind und schönen Fotos (aufmerksame Leser entdecken mich übrigens auf zweien davon ;-)) angeht. Geschrieben wurde das Buch übrigens von einem engagierten Autorenkollektiv und finanziert wurde es über Crowdfunding.

Ich könnte noch seitenweise über dieses tolle Projekt schreiben, aber am besten schaut ihr euch das selber mal alles an – und geht am Wochenende so wie ich mal mundräubern. Gerade im Umland von Berlin findet man jetzt superleckere Äpfel, Birnen, Holunder oder Nüsse. Viel Spass beim mundräubern. Und kauft bitte dieses supertolle Buch.

5 Gedanken zu “mundraub.org – Mundräuber-Handbuch erschienen!

  1. Renelyn schreibt:

    Zum Thema Landwirtschaft auf dem Sonnenberg drehen sich bei uns graede die Ideen. Ich bin mit einer Schweizer Stiftung in Kontakt, wo es im Juli ein Treffen geben wird, die sozialunternehmerische Entwicklungen unterstfctzen mf6chte. Dabei ist unter anderem die landwirtschaftliche Nutzung von Brachfle4chen im Raum Peterstr. von uns angedacht wie Nutzge4rten, Streuobst, Schafe, Hfchner etc. Da ich in Frankenberg ein kleines be4uerliches Anwesen habe mit Nutztieren, we4re es locker mf6glich selbst mit Tieren wie Schafen und Hfchner (ohne Hahn) Dinge zu erproben. Das Eigentfcmerproblem sollte erst mal nicht handlungsleitend sein aus meiner Erfahrung. Am 31.08. zum Gewerbefest in der Hainstr planen wir unser Sonnenhoffest. Vielleicht ist es mf6glich an diesem Tag ein Landwirtschaftstreffen ffcr alle Interessierten organisieren. Angelika vom Delphin

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