Wieder eröffnet: Die Prinzessinnengärten

Kennt vermutlich inzwischen jeder, deswegen auch nur ein recht kurzer Hinweis. Die Prinzessinnengärten am Moritzplatz sind ein paar Tagen wieder offiziell eröffnet, und der Besuch lohnt sich. Egal ob ihr mitgärtnern wollt, Gemüse kaufen, Pflänzchen für den heimischen Balkon benötigt, oder ein Kreuzberger Bio-Bier in dem lauschigen Gartencafé genießen wollt. In die Prinzessinnengärten zu gehen ist irgendwie auch wie in eine andere Welt einzusteigen.

Eben noch der Krach am Moritzplatz, und plötzlich ist Entspannung angesagt. Die Prinzessinnengärten haben seit Gründung für große Furore gesorgt, u.a. haben sie einen Utopia.de-Award abgegriffen, wurden in der Medienwelt vielfach als Paradebeispiel für einen immer stärker werdenden Trend, dem Urban Gardening (oder Urban Agriculture, Urbane Landwirtschaft), angeführt.

Mit soviel positivem Feedback haben die beiden Begründer Marco und Robert, selbst keine Gärtner (oder inzwischen), bestimmt nicht gerechnet. Hinzu kommt, dass das alles hier ohne Fördergelder funktioniert, durch die Mithilfe vieler freiwilliger Helfer. So kann jeder z.B. beim Pflanzen und Pflegen des hier angebauten Bio-Gemüses und der Kräuter mithelfen, denn genau darin liegt ja die wachsende Begeisterung für Urban Gardening: Städter wollen sich der Natur wieder annähern, wollen ihre computergeplagten Hände in echte Erde stecken, und sehen das Ergebnis ihrer Bemühungen täglich wachsen. Back to the roots sozusagen.

Urban Gardening geht dabei aber weit über die Befriedigung der eigenen Sehnsüchte hinaus – es stellt zunehmend auch eine ernstzunehmende Form der Selbstversorgung mit umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellten Nahrungsmittel ohne große Transportwege dar. Das besondere an den Prinzessinnengärten: Gepflanzt wird in Kisten, so dass der gesamte Garten mobil ist. Das ist der Tatsache geschuldet, dass der Pachtvertrag jedes Jahr beendet werden könnte.

Gleichzeitig sind die Prinzessinnengärten aber auch ein soziales Projekt: Menschen aus dem Kiez kommen zusammen, bringen ihre Kultur und Kenntnisse mit ein, und bekommen dafür Anerkennung und einen Austausch. Es geht also um viel mehr als Gärtnern. Das ganze Thema ist wahnsinnig spannend und macht Spass. Ein weiteres Stadtgarten-Projekt gibt es nun auch in Lichtenberg, der www.stadtgarten.org, der von zwei Mitbegründern von www.mundraub.org in Angriff genommen wurde. Das ganze zwar flächenmäßig ein paar Nummern kleiner, aber ebenso spannend – und auch hier darf man vorbeigehen und mitmachen. Aktuelle Infos bietet auch die Facebook-Gruppe.

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Ich werde mich nun mal meinen Topfkräutern ausgiebig widmen, und empfehle in den heißen Tagen ab Donnerstag unbedingt einen Besuch in den Prinzessinnengärten oder dem Stadtgarten. Viel Spass beim Buddeln!

Prinzessinnengärten, Prinzenstrasse 35 – 38 / Prinzesinnenstrasse 15, U-Bahn Moritzplatz, www.Prinzessinnengärten.net

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