Pink Flamingo – italienischer Boden, internationale Beläge.

Update: Leider geschlossen!

Bio-Pizza essen gehen? Das ging lange nicht. Zumindest nicht in Berlin und nach meiner Kenntnis. Und ich habe immer gedacht, das müsste doch ein Erfolg werden. Also war ich ganz gespannt, wie sich Pink Flamingo an der Eberswalder Strasse unweit des Mauerparks schlagen würde. Endlich haben wir es nun auch mal geschafft, dem Restaurant einen Besuch abzustatten, und um es vorweg zu nehmen, waren begeistert. Das Ambiente ist nett und eher alternativ, wenn auch meinem Empfinden nach nicht ganz „zu Ende gedacht“. Der Service ist superfreundlich und total aufmerksam, da gibt es mal garnichts zu mäkeln. Reservierungen scheinen zumindest durch die Woche nicht nötig, erst ab 20 Uhr wurde es etwas voller.

Zum wichtigsten, den Speisen. Die Auswahl ist recht klein, und besteht im Prinzip nur aus diversen großen Pizzen und verschiedenen Pizza + Salatkombinationen. Pasta oder Tiramisu stehen nicht auf dem Plan. Wen das nicht stört, der kann aus äußerst kreativen und teilweise ungewöhnlichen Pizzakreationen auswählen. Beispiele gefällig? „Gegrillter Bacon mit Ananaschutney“, „Gorgonzola und Feigen mit rohem Schinken“, „Huhn und Riesengarnelen mit grüner Currysauce, Kokosmilch, Zitronengras, frischem Koriander und gehackten Erdnüssen“ und viel mehr. Alternativ kann der Gast eine Kombination von einer kleinen Pizza mit Salatbeilage wählen. Der Salat ist ebenfalls alles andere als gewöhnlich, keine Eisbergsalat/Möhre/Tomate-Langweiler, sondern Linsen, Kraut mit Kümmel usw. Geschmacklich super, original italienischer dünner Boden, während die Zutaten ganz international sind. Das die Pizzen so gut schmecken dürfte nicht zuletzt an den tollen Zutaten liegen. Mehl, Tomaten, Salz und Olivenöl kommen aus der Toskana und sind 100% bio. Bei den Belägen versuchen die Betreiber ebenfalls einen möglichst hohen Grad an Biozutaten hinzubekommen, besonders beim Fleisch.

Und hier sind wir leider an einem Problem angelangt: Der Großteil der potenziellen Gäste findet die Preise zu hoch. Eine große Pizza kostet zwischen 7,50 Euro und 16 Euro, zur Mitnahme je 1 Euro weniger. Die Salat/Pizzakombis bekommt man auch schon ab 6 Euro. Die Betreiberin hat mehrere Erklärungen dafür parat: Grundsätzlich sind Deutsche nicht in gleichem Maße bereit, für gutes Essen gutes Geld zu zahlen, wie z.B. Franzosen. Und dann kommt noch hinzu, dass Pizza hierzulande wohl bei den meisten als günstiges Fast-Food gelte, und da sind die Preise im Pink Flamingo natürlich schon deutlich höher als in der Pizzabude um die Ecke mit Analogkäse. Im Fazit bedeutet dies leider bislang zu wenig Kunden, obwohl das Konzept z.B. in Paris hervorragend funktioniert. Daher sind die Betreiber wohl gezwungen, zukünftig den Bio-Anteil etwas nach unten zu korrigieren. Trotzdem ist man weiter bemüht, gerade bei den Basis-Zutaten keine Kompromisse zu machen. Eine nette weitere Besonderheit ist der Fahrrad-Lieferservice. Sämtliche Verpackungen sind biologisch abbaubar. Fazit: Uns hat es sehr gut gefallen. Die Pizzen sind zwar relativ teuer, aber das hat ja auch seinen Grund. Und 26 Euro für 2 Hauptgerichte + 3 Weine fanden wir dann am Ende auch völlig ok. Geschmeckt hat es super, kein Vergleich zu einer Billigpizza. Der Wein war ebenfalls köstlich. Es wäre verdammt schade, wenn Berlin sein einziges Bio-Pizza-Restaurant verlieren würde, von daher: Überzeugt euch doch mal selbst vom Unterschied, es lohnt sich!

Pink Flamingo Pizza, Eberswalder Strasse 28, 10437 Berlin, Tel. 30/76216982 , www.pinkflamingopizza.com

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