Viel mehr als einfach nur ein Bäcker: Märkisches Landbrot

Im Dezember habe ich eine Betriebsbesichtigung gemacht, und zwar in einer der größten Bio-Bäckereien Berlins, „Märkisches Landbrot“. Und das war wirklich richtig interessant. Ich durfte mich einer Truppe rüstiger gut gelaunter älterer Damen anschließen, die sich seit 12 Jahren jeden Mittwoch treffen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Und die waren jut druff. Herr Baumann vom Landbrot sorgte dazu allerdings auch mit einem kurzweiligen Rundgang durch Firmengeschichte und Betrieb.

Märkisches Landbrot (ML) ist wie auch die Ufa Bäckerei oder Brotgarten aus einer der vielen Kollektivbäckereien, in denen jeder Mitarbeiter gleichviel verdiente, 1981 entstanden. Großen Krach gab es irgendwann als das KaDeWe Biobrot haben wollte, und man sich uneinig war, ob man sie beliefern sollte oder nicht. Wie auch immer: Heute gibt es 14 Bio-Bäcker in Berlin, die bekanntesten bzw. umsatzstärksten neben dem ML sind Biobackhaus und Beumer & Lutum. ML beschäftigt 39 Menschen, bildet 4 junge Menschen aus und stellt ca. 35 Sorten Brot nach Demeter-Standards her. Hinzu kommen Handelswaren wie diverse Müslisorten (probiert mal das Amaranth-Müsli, köstlich!), die hier nicht selbst hergestellt werden. Kooperiert wird außerdem mit der Biokonditorei Tillmann. Bei den Broten liegt der Schwerpunkt ganz klar auf Vollkornbroten, die ca. 90% des Gesamtangebotes ausmachen. Bei jüngeren Menschen bis 30 Jahre sind Weißmehl-Brote beliebter, kein Wunder also dass ich Vollkorn-Brot-Käufer bin. Man unterscheidet übrigens grob 3 Arten von Broten: Sauerteig-, Backferment- und Hefebrote. Toll: In Kooperationen mit Landwirten werden Rekultivierung und Anbau von alten, standortangepassten Getreidesorten wie z.B. Bergroggen, Champagnerroggen, Einkorn und Emmer gefördert.

Ganz besonder erwähnenswert: ML bezieht die Rohstoffe für seine Produkte möglichst regional. So kommt das Getreide aus dem Umland, und wird vor Ort selbst zu Vollkornmehl verarbeitet. Weißmehl wird dazugekauft. Milchprodukte und Gemüse (wie z.B. Möhren) werden u.a. vom Ökohof Brodowin im Berliner Umland bezogen. ML legt sehr großen Wert auf „Fair & Regional“, und ist deswegen auch Mitglied dieser Initiative. So wird den Getreidebauern z.B. deutlich mehr als der übliche Marktpreis gezahlt! Das zum Backen benötigte reine Quellwasser kommt aus einem eigenen Brunnen, und wird durch den Einsatz von Steinen energetisch angereichert, das Firmengebäude ist nach Feng Shui Aspekten ausgerichtet usw. Aber hier hört das Engagement des Berliner Betriebes noch lange nicht auf. So versucht man sich tatsächlich an einem ganzheitlichen systematischen Nachhaltigkeitsansatz. Es wird versucht, so klimaneutral und Energie- und Ressourcenschonend wie nur eben möglich zu produzieren. ML ist bestrebt bis 2020 emissionsfrei zu produzieren. Die Demeter-Bäckerei ist außerdem seit 1995 eines der europaweit ersten Unternehmen mit einem nach EMAS zertifizierten Umweltmanagementsystem. Für diese und viele weitere Bemühungen sowie ihre hervorragende Kommunikation nach außen wurde das Unternehmen schon vielfach ausgezeichnet. Ich könnte hier noch eine ganze Menge darüber schreiben, verweise aber auf die informative Webseite des Betriebes http://www.Landbrot.de. Erwähnt sei aber noch auch das nicht unwichtige soziale Engagement von ML, z.B. durch tägliche Spenden an die Berliner Tafeln.

ML ist also nicht bloß eine Bio-Bäckerei, sondern zeichnet sich meiner Meinung nach in besonderem Maße durch ein verantwortliches Wirtschaften gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und Gemeinwesen aus. Das ist nicht selbstverständlich, und daher mehr als erwähnenswert. Dass die Brote toll schmecken habe ich bislang noch gar nicht erwähnt hingegen, was ich hiermit nachhole. Ich kaufe schon seit Jahren tatsächlich am liebsten Brote von ML, und aufgrund der vielen unterschiedlichen Sorten ist mir auch noch nicht langeweilig geworden. Das tolle ist: Ihr könnt euch selbst ein Bild machen, und bei einer Betriebsbegehung dabei sein. Kontaktiert einfach die netten Mitarbeiter von ML über die Homepage. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen, und ich bilde mir nun ein, dass mir die Brote sogar noch besser schmecken als vorher. Weil ich mit noch besserem Gewissen hineinbeisse. Und nun mache ich mir erst mal eine Stulle. Käse auf Möhre-Walnuss-Brot….

Hier findet ihr noch weitere Fotos von meinem Besuch.

Viele weitere Infos auf www.Landbrot.de!

2 Gedanken zu “Viel mehr als einfach nur ein Bäcker: Märkisches Landbrot

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