Saubere Rennautos: Elektroantrieb und nachhaltigere Materialien beim „zedX“

Zugegen, ich bin kein großer Freund von Formel 1 & Co. Nicht dass ich es unspannend fänd, aber mich stört einfach was für unglaubliche Mengen an CO2-Emissionen durch den ganzen Zirkus freigesetzt werden. Permanentes Umziehen von einem Kontinent zum anderen, wahnsinniger Sprit- und Reifenverbrauch, die Anreise von Millionen von Zuschauern usw. Wie ein Hohn klingt da die alljährlich erneuerte Absichtserklärung des Formel 1-Betriebes „grüner“ werden zu wollen, wie der Klima Lügendetektor von „Wir Klimaretter“ und Greenpeace hier schön aufzeigt. Rennen fahren dürfte aber wohl in der Natur vieler Menschen liegen, und so wird man sich auch zukünftig messen. Erfreulich, dass es auch hier Vorreiter gibt, die Motorsport tatsächlich nachhaltiger gestalten wollen, und sich beispielsweite mit der Entwicklung von Elektro-Rennautos beschäftigen.  Vor kurzem durfte ich einen Blick in die Werkstatt des Entwicklungsteams vom „zedX“ („Zero Emission Drive“ – 2010) werfen, wo ich mir den Rennwagen anschauen konnte.

Das Entwicklungsteam ist ein Studententeam der Technischen Universität Berlin, die sich seit 2005 für das Formula Student Projekt „FaSTTUBe“ engagieren. Das ist ein Projekt, in dem realitätsnah ein Rennwagen auf Formelbasis konstruiert und gefertigt wird, um damit bei dem Konstruktions- wettbewerb „Formula Student Germany“ (FSG) jährlich anzutreten. Erstmals wurde im Rahmen dieses Wettbewerbes eine gesonderte Kategorie für Elektroantriebe eingeführt, und hier sind die Berliner in Sachen Klima- und Umweltschutz ganz weit vorne, da sie als einziges Team nicht nur auf Elektromotoren bauen, sondern ihr gesamtes Konzept nachhaltig ausgerichtet ist: „Wie schon der Name unseres Rennwagens verrät, „Zero Emission Drive“, wollen wir uns ganz der Umweltfreundlichkeit verschreiben. Dazu gehört natürlich nicht nur der elektrische Antrieb unseres Wagens, der lokal keine Emissionen hat, sondern viel mehr. Wir wollen ein wichtiges Thema, nämlich Nachhaltigkeit, an jeder Stelle des Projekts umsetzen. Es geht um einen sparsamen Umgang mit Ressourcen, Verwendung von umweltfreundlichen Ansätzen und Kommunikation dieser Werte mit der Öffentlichkeit. zedX möchte etwas für die Zukunft der Erde und der Menschen, die auf ihr leben, tun. Da es nicht nur um Rennen geht.“

Ich konnte mich im Gespräch mit Philip und Julia vom Team persönlich davon überzeugen, dass sie wirklich bemüht sind, den Rennsport grüner zu machen. So recherchierten sie z.B. aktuell, wo sie ökofaire Shirts für’s Team kaufen können. Die Verkleidung des Rennautos wird aus Hanfverbundmaterial hergestellt, Flyer auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt usw. Dass die Studenten hier einen sehr großen Teil ihrer Freizeit investieren, sei auch noch erwähnt. Und dass ein Umdenken im gesamten Team stattgefunden hat, nachdem Projektleiter Philip mit seinem Konzept zunächst auf Skepsis gestossen ist. Nun stehen alle voll dahinter und man sieht doch wieder, dass Klimaschutz Spass machen kann. Die Stimmung war auf jeden Fall prächtig.

Wer sich für das tolle Projekt interessiert, dass seinen Abschluss in ein paar Wochen am Hockenheim-Ring (natürlich auch mit einem Rennen) findet, dem sei die Internetseite www.zedx.de hier ans Herz gelegt.

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