Archiv der Kategorie: Neukölln

Schönes neues Bio-Café in Neukölln: Pêle-Mêle

Als ich vor wenigen Jahren in Neukölln lebte, war das Angebot an Cafés oder Restaurants in denen man in Bio-Qualität essen konnte, äußerst überschaubar. Also null. Heute sieht das schon anders aus, und besonders der Richardkiez entwickelt sich zum heissen Tipp für alle, die bio und/oder vegan essen gehen wollen. Seit kurzem gibt es eine neue tolle Location: Das Café Pêle-Mêle auf der Innstrasse. Etwas „abgelegen“ vielleicht, keine hochfrequentierte Strasse, aber der Gang dorthin lohnt sich, den das Pêle-Mêle hat so einiges zu bieten. Weiterlesen

Japanische Ökosnacks im U-Bahnhof: Onigris bei Rice up

Das ist ja mal ungewöhnlich aber schön. In einem Kiosk des U-Bahnhofes Schönleinstrasse an der Grenze von Kreuzberg zu Neukölln gibt es nun gesunde Ökosnacks zum mitnehmen. Dabei handelt es sich um sogenannte Onigris. Japan-Besuchern wird das sicherlich etwas sagen, denn dort sind die Snacks ein großer Hit. Für alle anderen: Onigiri ist das japanische Wort für Reisbällchen. Weiterlesen

Viel mehr als einfach nur ein Bäcker: Märkisches Landbrot

Im Dezember habe ich eine Betriebsbesichtigung gemacht, und zwar in einer der größten Bio-Bäckereien Berlins, “Märkisches Landbrot”. Und das war wirklich richtig interessant. Ich durfte mich einer Truppe rüstiger gut gelaunter älterer Damen anschließen, die sich seit 12 Jahren jeden Mittwoch treffen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Und die waren jut druff. Herr Baumann vom Landbrot sorgte dazu allerdings auch mit einem kurzweiligen Rundgang durch Firmengeschichte und Betrieb.

Märkisches Landbrot (ML) ist wie auch die Ufa Bäckerei oder Brotgarten aus einer der vielen Kollektivbäckereien, in denen jeder Mitarbeiter gleichviel verdiente, 1981 entstanden. Großen Krach gab es irgendwann als das KaDeWe Biobrot haben wollte, und man sich uneinig war, ob man sie beliefern sollte oder nicht. Wie auch immer: Heute gibt es 14 Bio-Bäcker in Berlin, die bekanntesten bzw. umsatzstärksten neben dem ML sind Biobackhaus und Beumer & Lutum. ML beschäftigt 39 Menschen, bildet 4 junge Menschen aus und stellt ca. 35 Sorten Brot nach Demeter-Standards her. Hinzu kommen Handelswaren wie diverse Müslisorten (probiert mal das Amaranth-Müsli, köstlich!), die hier nicht selbst hergestellt werden. Kooperiert wird außerdem mit der Biokonditorei Tillmann. Bei den Broten liegt der Schwerpunkt ganz klar auf Vollkornbroten, die ca. 90% des Gesamtangebotes ausmachen. Bei jüngeren Menschen bis 30 Jahre sind Weißmehl-Brote beliebter, kein Wunder also dass ich Vollkorn-Brot-Käufer bin. Man unterscheidet übrigens grob 3 Arten von Broten: Sauerteig-, Backferment- und Hefebrote. Toll: In Kooperationen mit Landwirten werden Rekultivierung und Anbau von alten, standortangepassten Getreidesorten wie z.B. Bergroggen, Champagnerroggen, Einkorn und Emmer gefördert.

Ganz besonder erwähnenswert: ML bezieht die Rohstoffe für seine Produkte möglichst regional. So kommt das Getreide aus dem Umland, und wird vor Ort selbst zu Vollkornmehl verarbeitet. Weißmehl wird dazugekauft. Milchprodukte und Gemüse (wie z.B. Möhren) werden u.a. vom Ökohof Brodowin im Berliner Umland bezogen. ML legt sehr großen Wert auf “Fair & Regional”, und ist deswegen auch Mitglied dieser Initiative. So wird den Getreidebauern z.B. deutlich mehr als der übliche Marktpreis gezahlt! Das zum Backen benötigte reine Quellwasser kommt aus einem eigenen Brunnen, und wird durch den Einsatz von Steinen energetisch angereichert, das Firmengebäude ist nach Feng Shui Aspekten ausgerichtet usw. Aber hier hört das Engagement des Berliner Betriebes noch lange nicht auf. So versucht man sich tatsächlich an einem ganzheitlichen systematischen Nachhaltigkeitsansatz. Es wird versucht, so klimaneutral und Energie- und Ressourcenschonend wie nur eben möglich zu produzieren. ML ist bestrebt bis 2020 emissionsfrei zu produzieren. Die Demeter-Bäckerei ist außerdem seit 1995 eines der europaweit ersten Unternehmen mit einem nach EMAS zertifizierten Umweltmanagementsystem. Für diese und viele weitere Bemühungen sowie ihre hervorragende Kommunikation nach außen wurde das Unternehmen schon vielfach ausgezeichnet. Ich könnte hier noch eine ganze Menge darüber schreiben, verweise aber auf die informative Webseite des Betriebes http://www.Landbrot.de. Erwähnt sei aber noch auch das nicht unwichtige soziale Engagement von ML, z.B. durch tägliche Spenden an die Berliner Tafeln.

ML ist also nicht bloß eine Bio-Bäckerei, sondern zeichnet sich meiner Meinung nach in besonderem Maße durch ein verantwortliches Wirtschaften gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und Gemeinwesen aus. Das ist nicht selbstverständlich, und daher mehr als erwähnenswert. Dass die Brote toll schmecken habe ich bislang noch gar nicht erwähnt hingegen, was ich hiermit nachhole. Ich kaufe schon seit Jahren tatsächlich am liebsten Brote von ML, und aufgrund der vielen unterschiedlichen Sorten ist mir auch noch nicht langeweilig geworden. Das tolle ist: Ihr könnt euch selbst ein Bild machen, und bei einer Betriebsbegehung dabei sein. Kontaktiert einfach die netten Mitarbeiter von ML über die Homepage. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen, und ich bilde mir nun ein, dass mir die Brote sogar noch besser schmecken als vorher. Weil ich mit noch besserem Gewissen hineinbeisse. Und nun mache ich mir erst mal eine Stulle. Käse auf Möhre-Walnuss-Brot….

Hier findet ihr noch weitere Fotos von meinem Besuch.

Viele weitere Infos auf www.Landbrot.de!

Neuer Bioladen im Reuterkiez: Biosphäre

Dass sich im Reuterkiez etwas tut, ist keine Neuigkeit. Eine Neuigkeit ist aber der erste Bioladen im Reuterkiez mit dem Namen Biosphäre. Den habe ich heute zufällig entdeckt und möchte ihn hiermit kurz vorstellen. Da geschlossen war, kann ich leider nicht allzu viel erzählen, ausser dass der Laden wohl gleichzeitig ein soziales Projekt ist, das Menschen, die sich neu orientieren oder weiterbilden möchten, eine Chance gibt. Vorher, das kann man schön auf dem Foto sehen, war hier ein Möbelladen beheimatet. Ausserdem konnte ich erkennen, dass es offenbar auch einen kleinen Cafébereich gibt. Das schaue ich mir alles mal in Kürze an, wenn geöffnet ist. Aber schön, dass auch die Reuterkiezbewohner nun wieder (nach Schließung der LPG auf der Pannierstrasse) einen Bioladen haben.

Biosphäre, Weserstr.212, 12047 Berlin. Geöffnet Mo-Fr. 9.30-19 Uhr, Sa 9.30-14 Uhr.

Auf der Berlin isst Bio-Karte anzeigen

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Dumpling – vegetarisches Café/Snackbar

Update: LEIDER GESCHLOSSEN!

Aus Neukölln konnte ich bislang noch nichts berichten, war deshalb erfreut, dass es auch hier nun eine Anlaufstelle für Vegetarier und Bio-Freunde gibt, und zwar das “Dumpling”. Dumplings sind Teigtaschen, ähnlich wie Maultaschen, gefüllt mit 4 verschiedenen Füllungen, 3 herzhafte, eine süße. Dazu kann man aus 3 Dips wählen. So probierten wir Bohnen-Dumplings mit Joghurt-Dip und einen Erdbeer-Dumpling mit Apfelmus-Dip. Beide waren wirklich lecker. Eine kleine Portion mit 3 Dumplings kostet 3, eine große mit 5 Dumplings 4,30 Euro. Dazu hatten wir einen leckeren Milchkaffee (Libertad-Espresso). Soviel wie möglich werden Bio-Lebensmittel eingesetzt, alles ist vegetarisch oder auch vegan. Das Café wird von 2 netten Frauen betrieben, die das ganze mit viel Liebe und Engagement betreiben. Das merkt man. Der Service ist flott und superfreundlich, der Laden nett aufgemacht, besonders witzig übrigens die Toilette.

Neben den Dumplings gibt es Smoothies und Muffins (1 Euro/Stück), viele Kaffespezialitäten, Bio-Säfte und mehr. Sonntags gibt es ab 12 Uhr ein Dumpling-Buffet.

Fazit: Neukölln scheint sich doch zu machen, das Dumpling ist ein gutes Beispiel, sehr schön! Unbedingt mal hin!

Dumpling, Reuterstraße 29, Di-Do 14-22 Uhr, Fr/Sa 12-0, So 12-18 (Dumpling-Buffet), www.dumplingcafe.net

Bio im Kino, bio in der Kneipe

Mal ein paar Quickies für zwischendurch, die mir in den letzten Tagen wieder aufgefallen sind. Ich gehe gerne ins Kino, und freue mich natürlich, wenn ich dort ein Bio-Bier oder ein paar Bio-Snacks bekomme. In den Multiplexen wird man eher selten fündig, obwohl es im UCI Schönhauser Allee tatsächlich mal ein “Bio-Menü” gab. Natürlich mit Bionade und naja. ABER: Die Yorck-Kino-Gruppe bietet in ihren Kinos wirklich ziemlich viele Bio-Snacks und -getränke an. Und die größte Auswahl hat nach meiner Erfahrung das Kino in den Hackeschen Höfen: Diverse Bio-Biere, Bio-Chips, Bio-Nüsse, Bio-Schokoriegel und mehr. Sehr ordentlich!

Anschließend noch ein Bio-Bierchen trinken? Geht in immer mehr Kneipen. Eine sehr nette Kneipe ist das “Broschek” in Neukölln. Hier gibt es diverse Bio-Biere, aber auch Bio-Weine, Bio-Limos und den einen oder anderen Bio-Snack, und stets vegatarische Suppe oder Kuchen. Ausserdem ist es dort gemütlich, die Betreiber sind sehr nett und von daher absolute Empfehlung für einen schönen Kneipenabend. Oder Sonntags Frühstücken bis 17 Uhr.

Hackesche Höfe Filmtheater, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin
Broschek, Weichselstraße 6, 12043 Berlin-Neukölln, www.broschek-berlin.de

Schon wieder Neukölln: Café Dritter Raum

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Dass ich mich seit neuestem verstärkt in Neukölln rumtreibe, ist meinem Umzug vor kurzem hierhin geschuldet. Umso mehr freut es mich, dass sich hier so einiges getan hat in den letzten Monaten. Und so kann ich schon wieder eine Entdeckung vermelden: Das Café Dritter Raum auf der Hertzbergstrasse unweit des Richardplatzes, nahe der Sonnenallee. Die Aufschrift “viel bio, viel fair” fiel mir im Vorbeifahren auf, so dass aus dem “Vorbeifahren” ein “Anhalten” und “Reingehen” wurde.

Ein hübsches kleines Café mit supernetten Betreibern, ein nettes Wohnzimmer zum Wohlfühlen. Sonntags wird Tatort gezeigt, draussen gibt es ein paar Sitzgelegenheiten. Wirklich sehr nett. Wie sieht es nun kulinarisch aus? Frühstück gibt es ganztätig zu sehr fairen Preisen, allerdings sind die Zutaten nur teilweise bio. Die Getränke sind hingegen so gut wie alle bio und/oder fair, vom Kaffee über Tee, Limo und Biere. Besonders lecker ist der Eiskaffee.

Ein hübsches kleines Wohnzimmer zum Wohlfühlen und Tatort gucken, surfen (W-Lan gibt es), frühstücken und ein leckeres Bio-Getränk schlürfen. Neukölln ist wieder um eine Bio-Location reicher!

Café Dritter Raum, Hertzbergstrasse 14, 12055 Berlin, http://www.cafe-dritter-raum.de, Mi-Do 10-19 Uhr, Fr-So 10-24 Uhr

Der kleine Buddah – die neue Perle im Neuköllner Richardkiez

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Im Neuköllner Richardkiez? Ja, auch biomäßig entsteht in Neukölln so langsam was, bislang aber eher im Reuterkiez. Doch seit März gibt es diese wirklich wunderbare Kombination aus Bioladen und Gastronomie. Ich war letzte Woche da und absolut begeistert. Neben einem Grundangebot an Biolebensmitteln wird dem Gast ein wechselndes Essensangebot mit einigen Standards zu einem wahrlich fairen Preis geboten. Die umtriebigen Betreiber haben es sich tatsächlich getraut, in einer Bio-Wüste diesen supernetten Laden zu eröffnen – und haben alles richtig gemacht!

Ich aß einen Falafelteller (5,90 Euro), mit sehr leckerem Salat, meine Freundin hatte einen Salat, und war ebenfalls begeistert. Standards wie Salat und Suppen gibt es täglich, hinzu kommen ca. 7-8 wechselnde Gerichte, preislich zwischen 3 und 7 Euro im Groben. Wirklich günstig für 100% Bio-Zutaten. Die Betreiber Inken und Roland haben es sogar schon hinbekommen, ein interkulturelles Projekt zu initiieren, in dessen Rahmen es wöchentliche kulinarische Länderschwerpunkte gibt. Bei uns war es eine arabische Woche. Zitat Roland: “Egal wie groß die Sprachschwierigkeiten sind – in der Küche beim gemeinsamen Kochen versteht man sich einfach wunderbar!”. Es werden ganz einfach Kunden angesprochen, ob sie nicht Lust haben, mit Inken und Roland, die beide gelernte Köche sind, deren landestypischen Speisen in Bioqualität zuzubereiten. Wow, oder? Und hatte ich schon erwähnt, dass die Sachen toll angerichtet waren und verdammt lecker?

Ungewöhnlich auch die Öffnungszeiten: Täglich von 7-22 Uhr kann man GANZTÄGIG FRÜHSTÜCKEN, von 12-15 und von 18-21 Uhr “warm essen”. Und was wirklich mal erwähnt werden sollte: Sympathischer als diese beiden Besitzer, die sich im Februar vom hohen Norden aus auf den Weg nach Berlin gemacht haben, geht es ja nun gar nicht mehr. Die sind sowas von nett und engagiert – ich will nicht böse sein, aber da fühle ich mich bedeutend mehr als gerne gesehener Gast als in manchem stylishen Mitte- oder Prenzlauer Berg-Café, das leicht arrogant “auf Bio macht”, weil es sich gut verkaufen lässt. Wahrscheinlich würde diese nette und unverkrampft offene Art der Beiden dort beinahe schon verdächtig wirken…

Also, liebe Neuköllner. Hier habt ihr eine echte Perle bekommen, mal ganz im Ernst. Das ist wirklich ein toller Laden zum Frühstücken, draussen in der Sonne sitzen und für den kleinen Bio-Einkauf. Absolute Empfehlung!! Ich komme sehr gerne jetzt noch öfters!

Der kleine Buddah, Mareschstr. 14, 12055 Berlin