Archiv | Auswärts RSS feed for this section

Auswärts essen: sattgrün in Düsseldorf

19 Mai

Heute mal wieder ein Bericht von unterwegs, da ich zur Zeit im Ruhrgebiet weile. Nein, Düsseldorf gehört nicht zum Ruhrgebiet, um hier direkt mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen. Bei Duisburg ist der südliche Rand des Ruhrgebiets bereits erreicht, und Kölle gehört schon mal gar nicht mehr dazu. Genug der geographischen Belehrungen. Zurück nach Düsseldorf. Der Autor hat einmal 7 Jahre in Düsseldorf gewohnt, und war mehr als erstaunt, wie sehr sich der Stadtteil Flingern in den letzten Jahren verändert hat. Tolle Cafés, sehr nette Läden, ein Eco Fashion Store (“Suburbia“), eine super Eisdiele und sogar ein vegetarisches Restaurant/Fair Trade Café gibt es hier nun. Und kein schlechtes! “sattgrün” Flingern ist eine von zwei Filialen in Düsseldorf. Sehr nett gelegen im neuen Szenekiez auf der Hoffeldstrasse, Ecklage mit Bierbänken draußen. Drinnen wirklich hübsch eingerichtet, gemütliche Sitzecken, Heftchen, Ökostrom. Prima. Die Speisen sind durchweg vegetarisch, kein Fleisch, kein Fisch, und so wie ich das verstanden habe, zu 100% bio. Es gibt diverse Tagesgerichte, von denen man sich zu bestimmten Zeiten auch an einer Art Büffet bedienen kann. Je nach Hunger mit einem kleinen oder großen Teller. Dazu Salate, Suppen, Desserts. Wir haben uns “von allem was” genommen, und waren durchweg hochzufrieden. Ein großer Teller kostete so 6 Euro, und das war wirklich ein großer Teller, den ich da vollgehäuft habe. Gemüsecurrys, Pasta, Aufläufe und mehr. Lecker, lecker das alles.

Das Personal ist superfreundlich gewesen, was sollen wir meckern? Genau, gar nicht. Super Laden! Glückwunsch an die Düsseldorfer unter euch! Und hier weiterinformieren.

Landpartie, die Dritte: Gläserne Molkerei

24 Jan

Am heutigen Sonntag haben wir uns den Wasserstoffwagen geschnappt und sind mal wieder ins Berliner Umland gefahren, genau gesagt nach Münchehofe, kurz vorm Spreewald. Nachdem uns das Navi einige Kilometer gekostet hat, die wir zum Glück ja emissionsfrei zurückgelegt haben, kamen wir nach ca. 1 Stunde Fahrt durch schneebedeckte weite Landschaft am Hofladen der Gläsernen Molkerei an. Dort haben wir unsere erste Runde gedreht. Sehr hübsch und eine gute Auswahl. Vor allem den hofeigenen Käse (u.a. mit Bockshornklee) und die Milch, die viele von euch sicherlich schon im Bioladen gesehen haben, wanderten in unseren Einkaufskorb, aber auch Produkte des Partnerbetriebes, der Gläsernen Meierei in Upahl, wie Camembert landeten dort. Neben den hofeigenen Produkten findet man das Sortiment eines kleinen Bioladens vor, von Gemüse über Tazpresso bis zu Ökoputzmitteln alles vorhanden. Und man kann vor Ort z.B. Wiener Würstchen, eine Käseplatte oder ein Frühstück zu sich nehmen und einen Milchkaffee trinken. Super!

Hauptsächlich waren wir natürlich wegen der Führung durch die Gläserne Molkerei gekommen. Das Gebäude ist neu errichtet worden, und wurde erst am 6.1. in Betrieb genommen. Man kann die Molkerei ohne Führung oder zu bestimmten Zeiten (besser vorher mal anrufen) mit Führung (für 3 Euro…wobei es fragt keiner nach) durchlaufen. Ein sehr modernes Gebäude mit viel Holz und Glas wurde da in die Landschaft gesetzt, und im Prinzip durchläuft man einen langen Flur, von dem aus durch große Panoramascheiben auf der einen Seite die Käseherstellung, und auf der anderen Seite die Milchabfüllung zu beobachten ist. Ausserdem erläutern nett gemachte Schautafeln den gesamten Prozess noch einmal zum Mitlesen. Weswegen man eigentlich auch auf die Führung verzichten kann. Interessant ist das allemal. Und macht Hunger auf Käse, denn man sich am besten vorher oder nachher im Hofladen besorgt. Komischerweise gab es bei der ca. 30minütigen Führung zum Abschluss keinen zum Probieren, schade…

Anschließend sind wir dann zurück in die große Stadt gefahren, immer mit einem Auge zwischen Kilometer bis zum Ziel auf dem Navi und der “Range”-Anzeige im Hydrogen4, der die voraussichtliche Reichweite angibt. Die beiden Werte lagen gefährlich nah beieinander, wir haben es aber mit “10KM Rest” noch zur Tanke nach Spandau geschafft. Man kann übrigens noch ca. 3 KM “auf Batterie”, also rein elektrisch weiterfahren, dann wäre aber endgültig Schluss. Und Reservekanister mitnehmen geht leider nicht. Dafür fährt der Wagen immerhin sogar bei -11 Grad Celsius, was für Wasserstoff-Autos keineswegs schon üblich ist.

Und wie funktioniert das überhaupt mit dem Wasserstoffauto, fragen uns ja immer viele Leute, z.B. auf dem Parkplatz. Falls euch das interessiert, hier eine kurze Erläuterung: Das Herzstück des HydroGen4-Antriebs ist sein Brennstoffzellenstack. Seine Zellen wandeln gespeicherte chemische Energie (aus Wasserstoff) in elektrische Energie um – ganz ohne Verbrennung und CO2-Emissionen: In einem elektrochemischen Prozess erfolgt die Synthese von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser, und diese Reaktion erzeugt elektrischen Strom. Außer Wasserdampf entstehen keinerlei Emissionen. Das heißt: Wenn irgendwann der Wasserstoff ebenfalls “komplett sauber” produziert wird, dann fährt man tatsächlich komplett emissionsfrei.

Zurück zur Bio-Molkerei: Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie das eigentlich mit der Käseherstellung funktioniert, der könnte den Besuch schön mit einem Abstecher in den Spreewald verbinden. Spreewaldgurken gibt es natürlich auch schon im Bioladen…

Alle Fotos vom Ausflug gibt es hier als Slideshow.

Gläserne Molkerei, Molkereistraße 1 (ins Navi: Hauptstrasse 1), 15748 Münchehofe, www.glaeserne-meierei.de

Auswärtsspiel: Guten Abend in Köln

20 Jan
Kürzlich war ich in Kölle um einen Freund zu besuchen. Dieser hatte die ausgezeichnete Idee, abends lecker bio essen zu gehen, und hatte auch direkt eine Adresse, die mir bis dato völlig unbekannt war:  Das “Guten Abend” am Brüsseler Platz im schönen Belgischen Viertel. Abgesehen vom kleinen Bio-Siegel-Schildchen an der Fassade lässt nichts direkt darauf schließen, dass man hier ein zertifiziertes Bio-Restaurant betritt. Understatement, das aber offenbar aufgeht, den als wir den recht großen Laden mit ca. 20 Tischen betraten, war dieser bis auf einen letzten Tisch komplett voll. Glück gehabt!

Das Ambiente ist gutbürgerlich, und der Geräuschpegel war recht hoch. Das Abmiente passt perfekt zur Speisekarte, den diese ist auch recht rustikal, zumindest die “Klassikerkarte” mit Gerichten wie Wiener Schnitzel, Rostbratwürsten, Gulasch und Co. Die “Wochenkarte” bietet neben dem Tagesbraten auch so einige weniger rustikale Gerichte. Vegetarische Gerichte sind zwar etwas seltener, aber vorhanden. Empfehlen würde ich den Laden aber besonders Fleischessern, die hier eine reichliche Auswahl geboten bekommen.

Ich konnte nicht anders als den Klassiker Wiener Schnitzel (15,50 Euro) zu bestellen mit lauwarmen Kartoffelsalat. War wirklich gut. Dazu ein Bio-Kölsch (0,5 für 4,20 Euro), herrlich. Unsere weibliche Begleitung hatte übrigens Ziegenkäse mit Tomaten und Knoblauchbaguette sowie Rote Beete mit Orangenscheiben. Besonders ersteres war superlecker. Wir waren sehr zufrieden. Gemütlich, rustikal, nette Bedienung, fixer Service, leckeres Essen und preislich wirklich auf einem nicht höheren Niveau im Vergleich zu konventionellen Restaurants. Rundum gelungen!

Guten Abend, Brüsseler Strasse 55, 50674 Köln, www.gutenabend.org

Landpartie die 2.: Karolinenhof und Kuhhorst

3 Jan

Am letzten Sonntag haben wir uns wieder in das Wasserstoff-Auto gesetzt, unsere Nachbarinnen Antje und Stephanie eingepackt, den Hund Rowdy, haben vollgetankt in der einzigen 24h-Wasserstoff-Tankstelle in Spandau und los ging es Richtung Nordost für ungefähr 65 KM, ins Havelland. Irgendwann wurde es dann auch immer grüner, und plötzlich tauchte ein kleines selbst geschriebenes Schild mit der Aufschrift “Ziegenkäserei Karolinenhof” auf. Genau hierhin wollten wir. Der Karolinenhof ist ein kleiner Bauernhof, auf dem ca. 100 Ziegen grasen. Rundherum nur Wiesen und frische Landluft, herrlich! Nach einem schönen Spaziergang über den kleinen Hof gingen wir ins schöne Café mit wunderbarem Wiesenblick. Dort gibt es neben Kaffee und Kuchen auch warmes Essen zum sehr fairen Preis, natürlich vieles auch von der Ziege. Wer möchte kann sich auch noch Käse, Kuchen und Brot (von einer regionalen Vollkornbäckerei) abschneiden und einpacken lassen. Und sehr sehr nett die Leute dort. Frisch gestärkt stiegen wir wieder ins Wasserstoff-Auto und waren ganz verdutzt, nach 3 Minuten schon wieder einparken zu können. Da hätte man fast laufen können, aber wir waren ja emissionsfrei unterwegs.

Unser zweites Ziel hieß Ökohof Kuhhorst. Ich zitiere mal kurz: “Als ökologisch ausgerichteter Landwirtschaftsbetrieb mit einer Wirtschaftsfläche von 400 ha sowie einem Viehbestand von 218 Rinder, 100 Schweinen, 6 Eseln und 800 Gänsen und 600 Enten demonstriert das Unternehmen beispielhaft, wie sich bäuerliche Tradition, betriebswirtschaftliche Effizienz und umweltfreundliche Produktion miteinander vereinbaren lassen. Zweck des Ökohofs ist die Schaffung von Arbeits – und Wohnplätzen für Menschen mit Behinderung.” Toll, oder? Man kann sich die lustigen Schweinchen und sonstige Tierchen anschauen und ganz besonders schön, die gläserne Produktion bestaunen, also live beim Käseherstellen zuschauen. Außer Sonntags :-( ….Wunderbar spazieren gehen kann man aber auf jeden Fall und anschließend im hofeigenen Bioladen einkaufen oder vor Ort einen Biosnack zu sich nehmen. Hat uns gut gefallen.

Und wir wissen jetzt schon, dass uns der Abschied von unserem Leihauto sehr schwer fallen wird. Wie toll ist das nämlich, wenn man ohne schlechtes Gewissen mal rausfahren kann. Denn hinten aus dem Auspuff kommt einfach nur – genau, Wasser….

Mehr Fotos vom Trip gibt es hier

Aktuelle Öffnungszeiten, Anfahrt und Infos gibt es dort:

http://www.ziegenkaeserei-karolinenhof.de, Ökohof Kuhhorst

Ökohof Brodowin – eine Landpartie auf Wasserstoff…

3 Nov

DSCN0724

Meine Lieblingsmilch aus dem Bioladen kommt aus Brodowin, ca. 60 km vom Stadtzentrum Berlins entfernt in Chorin, mitten im Biospährenreservat. Da wollten wir schon lange mal hin, aber die Anreise mit Öffentlichen ist eher langwierig. Also haben wir die Gelegenheit ergriffen und sind mit unserem Wasserstoff-Auto hingefahren. Vorher zur Sicherheit noch mal getankt, da die Reichweite momentan nur 320 KM beträgt – wenn man liegen bleibt weil man sich verschätzt hat, hilft nur der Abschleppwagen. Nach einem kurzen Abstecher zum Schiffshebewerk Chorin sind wir zum Ökohof weiter, und prompt kam die Sonne raus. Und so konnten wir hinterm Hofladen uns auf Bänken in die Sonne setzen, Landluft einatmen (der Kuhstall in Wurfweite) und ein herrliches zweites Frühstück genießen. Brot und Käseplatte waren unglaublich köstlich. Der Hofladen ist wirklich mit Liebe eingerichtet, die Auswahl und Preise sind wie im Bioladen. Zusätzlich zu den hofeigenen Produkten wie Milch, Butter, Käse, Apfel- und andere Säfte, Gemüse und Obst, Honig, Kuchen und und und – alles fantastisch lecker – gibt es ein komplettes Sortiment wie im Bioladen. Und die Dame hinter der Theke war so was von nett….

Anschließend haben wir uns davon überzeugt, dass es den Tieren hier wirklich gut geht. Besucher sind hier nämlich wirklich willkommen. Die Ställe sind offen, die Kühe dürfen ihre Hörner behalten, kein Tier bekommt einen Herzinfarkt wenn man ein Geräusch macht, und vor allem die kleinen neugierigen Kälber haben Sandras Herz sehr erfreut und gierig ihre Hand abgeleckt. Putzig! Ihr merkt schon, wir waren begeistert! Brodowin hat übrigens eine revolutionäre Milchpackung erfunden, die hilft, Transportkosten zu sparen. Die Milch gibt es nun in Glasflaschen und PET. Und wer mal Bio-Eis aus Brodowin-Milch probieren möchte, kann dies z.B. bei Gemelli auf der Wrangelstrasse tun.

Das Auto hat uns übrigens problemlos nach Hause gebracht, die Reichweitenanzeige funktioniert einwandfrei. Das tolle am Wasserstoff ist, dass man ihn vielfältig herstellen kann. Und wenn bei der Herstellung saubere Energien eingesetzt werden, kann langfristig das Ziel erreicht werden, tatsächlich emmissionsfrei zu fahren. Und das finden wir wirklich fantastisch. Wasserstoff kann neben reinen Elektrofahrzeugen dazu beitragen, dass wir deutlich weniger CO2 verursachen. Die Herstellung ist einfach und gleichzeitig wird die Abhängigkeit vom immer knapper (und dann auch immer teuer werdenden) Öl verschwinden. Und was das für positive Folgen haben könnte, davon kann man ja wirklich nur träumen….aber Träumen ist erlaubt!

Weitere Fotos vom Ausflug gibt es hier.

Ökohof Brodowin, Weißensee 1, 16230 Chorin OT Brodowin, www.brodowin.de

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.