
Am heutigen Sonntag haben wir uns den Wasserstoffwagen geschnappt und sind mal wieder ins Berliner Umland gefahren, genau gesagt nach Münchehofe, kurz vorm Spreewald. Nachdem uns das Navi einige Kilometer gekostet hat, die wir zum Glück ja emissionsfrei zurückgelegt haben, kamen wir nach ca. 1 Stunde Fahrt durch schneebedeckte weite Landschaft am Hofladen der Gläsernen Molkerei an. Dort haben wir unsere erste Runde gedreht. Sehr hübsch und eine gute Auswahl. Vor allem den hofeigenen Käse (u.a. mit Bockshornklee) und die Milch, die viele von euch sicherlich schon im Bioladen gesehen haben, wanderten in unseren Einkaufskorb, aber auch Produkte des Partnerbetriebes, der Gläsernen Meierei in Upahl, wie Camembert landeten dort. Neben den hofeigenen Produkten findet man das Sortiment eines kleinen Bioladens vor, von Gemüse über Tazpresso bis zu Ökoputzmitteln alles vorhanden. Und man kann vor Ort z.B. Wiener Würstchen, eine Käseplatte oder ein Frühstück zu sich nehmen und einen Milchkaffee trinken. Super!
Hauptsächlich waren wir natürlich wegen der Führung durch die Gläserne Molkerei gekommen. Das Gebäude ist neu errichtet worden, und wurde erst am 6.1. in Betrieb genommen. Man kann die Molkerei ohne Führung oder zu bestimmten Zeiten (besser vorher mal anrufen) mit Führung (für 3 Euro…wobei es fragt keiner nach) durchlaufen. Ein sehr modernes Gebäude mit viel Holz und Glas wurde da in die Landschaft gesetzt, und im Prinzip durchläuft man einen langen Flur, von dem aus durch große Panoramascheiben auf der einen Seite die Käseherstellung, und auf der anderen Seite die Milchabfüllung zu beobachten ist. Ausserdem erläutern nett gemachte Schautafeln den gesamten Prozess noch einmal zum Mitlesen. Weswegen man eigentlich auch auf die Führung verzichten kann. Interessant ist das allemal. Und macht Hunger auf Käse, denn man sich am besten vorher oder nachher im Hofladen besorgt. Komischerweise gab es bei der ca. 30minütigen Führung zum Abschluss keinen zum Probieren, schade…
Anschließend sind wir dann zurück in die große Stadt gefahren, immer mit einem Auge zwischen Kilometer bis zum Ziel auf dem Navi und der “Range”-Anzeige im Hydrogen4, der die voraussichtliche Reichweite angibt. Die beiden Werte lagen gefährlich nah beieinander, wir haben es aber mit “10KM Rest” noch zur Tanke nach Spandau geschafft. Man kann übrigens noch ca. 3 KM “auf Batterie”, also rein elektrisch weiterfahren, dann wäre aber endgültig Schluss. Und Reservekanister mitnehmen geht leider nicht. Dafür fährt der Wagen immerhin sogar bei -11 Grad Celsius, was für Wasserstoff-Autos keineswegs schon üblich ist.
Und wie funktioniert das überhaupt mit dem Wasserstoffauto, fragen uns ja immer viele Leute, z.B. auf dem Parkplatz. Falls euch das interessiert, hier eine kurze Erläuterung: Das Herzstück des HydroGen4-Antriebs ist sein Brennstoffzellenstack. Seine Zellen wandeln gespeicherte chemische Energie (aus Wasserstoff) in elektrische Energie um – ganz ohne Verbrennung und CO2-Emissionen: In einem elektrochemischen Prozess erfolgt die Synthese von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser, und diese Reaktion erzeugt elektrischen Strom. Außer Wasserdampf entstehen keinerlei Emissionen. Das heißt: Wenn irgendwann der Wasserstoff ebenfalls “komplett sauber” produziert wird, dann fährt man tatsächlich komplett emissionsfrei.
Zurück zur Bio-Molkerei: Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie das eigentlich mit der Käseherstellung funktioniert, der könnte den Besuch schön mit einem Abstecher in den Spreewald verbinden. Spreewaldgurken gibt es natürlich auch schon im Bioladen…
Alle Fotos vom Ausflug gibt es hier als Slideshow.
Gläserne Molkerei, Molkereistraße 1 (ins Navi: Hauptstrasse 1), 15748 Münchehofe, www.glaeserne-meierei.de